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"A bisserl schräg mit Fahnderl obendrauf"
Samstag, 14. April 2007
- KleinKunstKabarett lädt ein zum Streifzug durch Wiener Musikkultur -

Wien, nur du und ichWolfenbüttel. Zu einem musikalischen Streifzug durch die Donaumetropole Wien hatte das KleinKunstKabarett an der Ahlumer Straße am Samstagabend eingeladen. Unter dem Motto "Wien, wie es singt und lacht" brachte das Ensemble um Alexander Walewski Operettenflair in die Lessingstadt.
In einer Kaffehausszenerie sangen und erzählten Hans Peter Nowak, Linda Healy-Steck, Dagmar Saval und Walewski von Walzer, Wein und Herzschmerz. Dazwischen gab es vieles aus der Welt der Heurigen und bunten Operettenwelt zu erfahren. So habe Robert Stolz das Lotterleben satt gehabt und es mit einer Schnuppertour durch Klöster versucht. Das Ergebnis kennen wir: Stolz kehrte in sein Lotterleben zurück und komponierte mit "Wien, Wien nur du allein" die Wiener Hymne schlechthin.
Und worin liegt nun der Unterschied zwischen einem Heurigen-Lied? Das Wiener Lied sei große Oper, während das andere daran zu erkennen sei, dass nach dem ersten Viertel Wein die Töne noch getroffen würden: "A bisserl schräg mit Fahnderl obendrauf".
Trennungsschmerz und Abschied seien die großen Themen der Wiener und im übrigen Schuld am Kaiserschmarrn. Immer wenn es dem Wiener schlecht ginge, müsse dieses Gebäck herhalten.
Nach der Pause ging es schwunghaft weiter in die bunte Welt der Walzerträume und Operetten. Das Publikum erfuhr das Geheimnis des Walzer-Taktes und dass Franz Lehar eine Carmen-Operette geschrieben habe. Weiter ging es über Paganini zur lustigen Witwe, und schließlich ließ des Ensemble im Prater die Bäume wieder blühen. Und noch etwas erfuhr das Publikum: Lehars Operette "Die gelbe Jacke" war erst erfolgreich, als er den bereits zitierten Trennungsschmerz hineinbrachte und sie in "Das Land des Lächelns" umbenannte.